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Genus, Numerus, Kasus von Nomen

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Lehrperson: Leonie

Zusammenfassung

Genus, Numerus und Kasus von Nomen

Das Wichtigste in Kürze 

Du kennst die Wortart Nomen (= Substantive) bereits und weißt, welche Wörter Nomen sind: Zu den Nomen zählen die Wörter für Lebewesen, Dinge, Zustände, Gefühle und Ideen sowie Eigennamen. Sie sind die einzige Wortart, die in der deutschen Sprache immer großgeschrieben wird. In dieser Zusammenfassung erfährst Du, was die grammatikalischen Eigenheiten von Nomen sind und wie Du den Fall eines Nomens bestimmen kannst.



Info 1: Nomen

Ebenso wie Adjektive und Pronomen sind Nomen deklinierbar. Das heißt, dass jedem Nomen ein Geschlecht (= Genus) zugewiesen ist und Nomen eine veränderliche Zahl (= Numerus) und einen veränderlichen Fall (= Kasus) haben.

Sie können verschiedene Begleiter haben: bestimmte und unbestimmte Artikel, andere Pronomen (z.B. sein, dieser) und Adjektive. In diesem Fall liegt eine sogenannte „Kongruenz“ vor. Das bedeutet, dass Begleiter das Genus, den Numerus und Kasus des Nomens annehmen, auf das sie sich beziehen. Dadurch haben alle Wörter dieselbe Flexionsform.


Beispiel:

Mein kleiner grüner Kaktus steht draußen am Balkon.


Das Pronomen „mein“ und die Adjektive „kleiner“ und „grüner“ haben das Genus, den Numerus und Kasus des Nomens „Kaktus“ angenommen. Die Wörter sind kongruent.



Info 2: Genus, Numerus und Kasus von Nomen


GENUS

Jedes Nomen hat ein grammatikalisches Geschlecht, das sogenannte Genus. Ein Nomen ist entweder ein Femininum (weiblich), ein Maskulinum (männlich) oder ein Neutrum (sächlich). Sein Geschlecht lässt sich anhand seines bestimmten Artikels im Singular bestimmen (= der, die, das).

  • Maskulinum: der Hut, der Meteorit, der Wahnsinn
  • Femininum: die Schwimmweste, die Raumstation, die Entdeckung
  • Neutrum: das Gummiboot, das Wetter, das Gefühl

Hinweis: Berufsbezeichnungen und allgemein Nomen, die eine Person (oder ein Tier) beschreiben, haben meist eine männliche und weibliche Form (z.B. Koch und Köchin, Leser und Leserin, Rüde und Hündin)


Früher war es üblich, das Maskulinum generisch zu verwenden, d.h. damit beide Geschlechter zu meinen. Dies wird heute vermieden, da es als diskriminierend gilt. Entweder man verzichtet auf die Markierung von Geschlecht (z.B. Leute, Lernende) oder man verwendet neuere Formulierungen (z.B. Lerner*in, Leser:innen). Mit letzteren werden beide bzw. alle Geschlechter repräsentiert.


NUMERUS

Nomen haben eine Zahl, den sogenannten Numerus. Nomen stehen entweder im Singular (= Einzahl) oder im Plural (= Mehrzahl). Im Singular bezeichnen sie eine Sache, im Plural mehrere.

Wenn Nomen in den Plural gesetzt werden, wird der bestimmte Artikel „die“ davorgestellt oder (im Fall von unbestimmten Nomen) der Artikel wird weggelassen. Des Weiteren werden oft Plural-endungen wie „-n“, „-er“ oder „-e“ angehängt. Manchmal werden auch Umlaute eingesetzt, um aus der Einzahl eine Mehrzahl zu bilden. In einigen Fällen – v.a. bei Fremdwörtern – ist die Pluralbildung jedoch komplizierter.

  • Singular: der Berg, das Schlüsselloch, die Hand, Stadium, Antibiotikum
  • Plural: (die) Berge, (die) Schlüssellöcher, (die) Hände, (die) Stadien, (die) Antibiotika

HinweisEs gibt Nomen, die ausschließlich im Singular vorkommen, sowie solche, die nur im Plural vorkommen. 


Beispiele – Nomen nur im Sg.
Beispiele – Nomen nur im Pl.

Obst

Regen

Vieh

Gold

Respekt

Eltern

Flitterwochen

Ferien

Gewissensbisse

Prügel


KASUS

Zur Deklinierbarkeit von Nomen gehört zuletzt auch, dass ein Nomen in einem Satz immer in einem bestimmten Fall steht. Es gibt vier Fälle, nämlich den Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ. 

Die vier Fälle unterscheiden sich einerseits in ihrer Funktion im Satz. Dies äußert sich zum Beispiel darin, wie nach ihnen gefragt wird. Andererseits unterscheiden sie sich in ihrer Form. Das heißt, in ihren Begleitwörtern und manchmal auch Endungen.

Nominativ

Genitiv

Dativ

Akkusativ

Sg. f.

die Küche

der Küche

der Küche

die Küche

Sg. m.

der Baum

des Baumes

dem Baum

den Baum

Pl. f.

die Küchen

der Küchen

den Küchen

die Küchen

Pl. m.

die Bäume

der Bäume

den Bäumen

die Bäume



Info 2: Fälle bestimmen

Du hast zwei Möglichkeiten, um die Fälle von Nomen einfach und schnell zu bestimmen.


FRAGEPROBE

Dir liegt ein Wort vor, dessen Fall Du bestimmen musst. Was tun? Du kannst mit einer der folgenden vier Fragen danach fragen – und dann den Fall ablesen. Dies ist die sogenannte „Frageprobe“.

Fragewort

Fall

Wer oder was?

Nominativ

Wessen?

Genitiv

Wem? 

Dativ

Wen oder was? 

Akkusativ


Beispiele:

Mein Onkel fährt nach Paris. Wer fährt nach Paris?                               Nominativ

Louisas Eltern sind sehr lustig. Wessen Eltern sind sehr lustig?          Genitiv

Anna gibt mir ihren Hund. Wen gibt mir Anna?                                        Akkusativ

Sie schenkt ihm einen Kaktus. Wem schenkt sie einen Kaktus?          Dativ


Das Problem bei dieser Variante: Manchmal ist es etwas seltsam, nach „Wem?“ zu fragen, wenn es sich um einen Gegenstand oder einen Ort handelt.


ERSATZPROBE

Wenn Du den Fall eines Worts mit der Frageprobe nicht herausfinden kannst, ersetze es durch ein männliches Nomen in der Einzahl. So wirst Du nämlich automatisch die folgenden Artikel ver-wenden, die klar einem Fall zugeordnet werden können. Daran wirst Du sofort erkennen, um welchen Fall es sich handelt: 

Nominativ

Akkusativ

Dativ

Genitiv

Sg. m. bestimmt

der Baum

den Baum

dem Baum

des Baums

Sg. m. unbestimmt

ein Baum

einen Baum

einem Baum

eines Baums


Beispiele:

Die Großmutter geht jeden Sonntag spazieren. 

Der Baum geht jeden Sonntag spazieren.                       Nominativ (der)


Der Wasserkocher der Großmutter quietscht. 

Der Wasserkocher des Baums quietscht.                        Genitiv (des)


Der Großvater gibt der Großmutter einen Kuss.

Der Großvater gibt dem Baum einen Kuss.                      Dativ (dem)


Die Nachbarinnen achten die Großmutter. 

Die Nachbarinnen achten den Baum.                                Akkusativ (den)


Deutsch; Wortlehre; 7. Klasse Realschule; Genus, Numerus, Kasus von Nomen

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die vier Fälle?

Wie bestimmt man die vier Fälle?

Was bedeutet „Kasus“?

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