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Nomen: Genus, Numerus und Kasus bestimmen

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Lehrperson: Dorothea

Zusammenfassung

Nomen: Genus, Numerus und Kasus bestimmen

Das Wichtigste in Kürze 

Du kennst die Wortart Nomen (= Substantive) bereits und weisst, welche Wörter Nomen sind. In dieser Zusammenfassung erfährst Du, was die grammatikalischen Eigenheiten von Nomen sind und wie Du den Fall eines Nomens bestimmen kannst.



Info 1: Genus, Numerus und Kasus von Nomen

Ebenso wie Adjektive und Pronomen sind Nomen deklinierbar. Das heisst, dass jedem Nomen ein Geschlecht (= Genus) zugewiesen ist und Nomen eine veränderliche Zahl (= Numerus) und einen veränderlichen Fall (= Kasus) haben.


GENUS

Jedes Nomen hat ein grammatikalisches Geschlecht, das sogenannte Genus. Das heisst, dass ein Nomen entweder ein Femininum (weiblich), ein Maskulinum (männlich) oder ein Neutrum (sächlich) ist. Sein Geschlecht lässt sich anhand seines bestimmten Artikels im Singular bestimmen (= der, die, das).


  • Maskulinum: der Hut, der Meteorit, der Wahnsinn
  • Femininum: die Schwimmweste, die Raumstation, die Entdeckung
  • Neutrum: das Gummiboot, das Wetter, das Gefühl


Hinweis: 

Berufsbezeichnungen und allgemein Nomen, die eine Person (oder ein Tier) beschreiben, haben meist eine männliche und weibliche Form (z.B. Koch und Köchin, Leser und Leserin, Rüde und Hündin). 


Früher war es üblich, das Maskulinum generisch zu verwenden, d.h. damit beide Geschlechter zu meinen. Heute gilt dies als diskriminierend. Entweder man verzichtet auf die Markierung von Geschlecht (z.B. Leute, Lernende) oder man verwendet neuere Formulierungen (z.B. Lerner*in, Leser:innen).


NUMERUS

Nomen haben eine Zahl, den sogenannten Numerus. Nomen stehen entweder im Singular (= Einzahl) oder im Plural (= Mehrzahl). Im Singular bezeichnen sie eine Sache, im Plural mehrere.


Wenn Nomen in den Plural gesetzt werden, wird der bestimmte Artikel „die“ davorgestellt oder (im Fall von unbestimmten Nomen) der Artikel wird weggelassen. Des Weiteren werden oft Pluralendungen wie „-n“, „-er“ oder „-e“ angehängt. Manchmal werden auch Umlaute eingesetzt, um aus der Einzahl eine Mehrzahl zu bilden. In einigen Fällen – v.a. bei Fremdwörtern – ist die Pluralbildung jedoch komplizierter.


  • Singular: der Berg, das Schlüsselloch, die Hand, Stadium, Antibiotikum
  • Plural: (die) Berge, (die) Schlüssellöcher, (die) Hände, (die) Stadien, (die) Antibiotika


Hinweis

Es gibt Nomen, die ausschliesslich im Singular vorkommen, sowie solche, die nur im Plural vorkommen. 


Beispiele – Nomen nur im Sg.

Obst, Regen, Vieh, Gold, Respekt


Beispiele – Nomen nur im Pl.

ElternFlitterwochen, Ferien, Gewissensbisse, Prügel


KASUS

Zur Deklinierbarkeit von Nomen gehört auch, dass ein Nomen in einem Satz immer in einem bestimmten Fall steht. Es gibt vier Fälle, nämlich den Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ. 


Die vier Fälle unterscheiden sich einerseits in ihrer Funktion im Satz. Andererseits unterscheiden sie sich in ihrer Form (z.B. ihren Begleitwörtern und manchmal auch Endungen).



Nominativ

Genitiv

Dativ

Akkusativ

Sg. f.

die Küche

der Küche

der Küche

die Küche

Sg. m.

der Baum

des Baumes

dem Baum

den Baum

Pl. f.

die Küchen

der Küchen

den Küchen

die Küchen

Pl. m.

die Bäume

der Bäume

den Bäumen

die Bäume



Zusatzinfo: Kongruenz

Nomen können verschiedene Begleiter haben: bestimmte und unbestimmte Artikel, andere Pronomen (z.B. sein, dieser) und Adjektive. In diesem Fall liegt eine sogenannte „Kongruenz“ vor. Das bedeutet, dass Begleiter das Genus, den Numerus und Kasus des Nomens annehmen, auf das sie sich beziehen. Dadurch haben alle Wörter dieselbe Flexionsform.


Beispiel:

Mein kleiner grüner Kaktus steht draussen am Balkon.


Das Pronomen „mein“ und die Adjektive „kleiner“ und „grüner“ haben das Genus, den Numerus und Kasus des Nomens „Kaktus“ angenommen. Die Wörter sind kongruent.




Info 2: Fälle bestimmen

Du hast zwei Möglichkeiten, um die Fälle von Nomen einfach und schnell zu bestimmen.


FRAGEPROBE

Dir liegt ein Wort vor, dessen Fall Du bestimmen musst. Was tun? Du überlegst, welche Frage oder welches Fragewort Du verwenden würdest, um nach dem Wort zu fragen. Dies ist die sogenannte „Frageprobe“.


Fragewort

Fall

Wer oder was?

Nominativ

Wessen?

Genitiv

Wem? 

Dativ

Wen oder was? 

Akkusativ



Beispiele:

Mein Onkel fährt nach Paris. Wer fährt nach Paris? Nominativ


Louisas Eltern sind sehr lustig. Wessen Eltern sind sehr lustig? Genitiv


Anna gibt mir ihren Hund. Wen gibt mir Anna? Akkusativ


Sie schenkt ihm einen Kaktus. Wem schenkt sie einen Kaktus? Dativ


Hinweis:

Wenn vor dem Wort, dessen Fall man bestimmen soll, eine Präposition steht, sollte man die Präposition auch in der Frage verwenden.


Beispiele:

Vincent geht in die Schule. In wen geht Vincent? Akkusativ


Wir verlassen uns auf dich. Auf wen verlassen wir uns? Akkusativ


ERSATZPROBE

Wenn Du den Fall eines Worts mit der Frageprobe nicht herausfinden kannst, ersetze es durch ein männliches Nomen in der Einzahl (z.B. „Baum“ oder „Hund“). Der Fall wird gleichbleiben. Was sich aber automatisch ändert, sind die bestimmten bzw. unbestimmten Artikel. Und an diesen Artikeln kannst Du dann direkt den Fall ablesen.



Nominativ

Akkusativ

Dativ

Genitiv

Sg. m. bestimmt

der Baum

den Baum

dem Baum

des Baums

Sg. m. unbestimmt

ein Baum

einen Baum

einem Baum

eines Baums


Beispiele:

Die Grossmutter geht jeden Sonntag spazieren. 

Der Baum geht jeden Sonntag spazieren. Nominativ (der)


Der Wasserkocher der Grossmutter quietscht. 

Der Wasserkocher des Baums quietscht. Genitiv (des)


Der Grossvater gibt der Grossmutter einen Kuss.

Der Grossvater gibt dem Baum einen Kuss. Dativ (dem)


Die Nachbarinnen achten die Grossmutter. 

Die Nachbarinnen achten den Baum. Akkusativ (den)


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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lauten die vier Fälle?

Wie bestimmt man die vier Fälle?

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